wehrpass1Der Wehrdienst war in der DDR Pflicht, kaum einer konnte dieser Pflicht entgehen.
Mit beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen konnte ich meinen Wehrdienst verzögern, aber Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben und so erwischte es mich mit 23 Jahren. Zu dieser Zeit war ich bereits drei Jahre wehrpassverheiratet und hatte zwei Kinder.

Auch gesundheitliche Einschränkungen brachten in geburtenschwachen Jahrgängen keine Ausmusterung.

Denn wie auch in der Planwirtschaft verstand man es natürlich auch in der nationalen Volksarmee (NVA) Zahlen zu beschönigen. Die Gefechtsstärke der NVA musste stimmen, wenn auch nur auf dem Papier.

Die Tauglichkeit bzw. die Waffengattung für die man eingesetzt werden konnte, war in 38 Verwendungsgruppen eingeteilt.

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Ich war Tauglich für Verwendungsgruppe 39. Das war nicht etwa die super geheime Spezialeinheit der NVA, nein, diese Verwendungsgruppe erfand man für tausende junger Männer die man eigentlich auf Grund gesundheitlicher Einschränkungen hätten Ausgemustert müssen. Es wurde in den Jahren ab 1983 jeder einberufen, egal ob mit Gehbehinderung, Hörgerät oder Herzfehler, Hauptsache auf dem Papier stimmte die Truppenstärke. tauglich2


Schaut man sich heute die Statistiken der Arbeitslosenzahlen an, in denen viele Menschen ohne Arbeit nicht berücksichtigt werden oder die Zahlen der Inflationsrate, in der teure Grundnahrungsmittel und Energiekosten mit billigen Elektronik Produkten schön gerechnet werden, dann könnte man fragen…. Wer hat’s erfunden? Die DDR hat erfunden.

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Kategorie: Dokumente aus der DDR