In der Vergangenheit hatte ich bereits über das DDR Lotto geschrieben, Tele-Lotto nimmt aber hier eine besondere Stellung ein und ich denke das ist einen eigenen Beitrag wert.

Schon seit 1957 wurde die Lottoziehung im DDR Fernsehen übertragen, die ARD folgte mit Ihrer Übertragung im September 1965.
Revolutionär im Lotto Zeitalter war jedoch 1972 die Erfindung des Tele Lotto 5 aus 35. Revolutionär nicht etwa wegen der Spielformel oder den Ausschüttungen, sondern wegen der Präsentation im Fernsehen.
Noch zu keiner früheren oder auch späteren Zeit war die Ziehung der Lottozahlen so abwechslungsreich in eine Fernsehsendung integriert worden, die zudem eine halbe Stunde dauerte und jeden Sonntag ab 19 Uhr, zwischen Sandmännchen und Aktueller Kamera lief.

Die Ziehung der Zahlen spielte eigentlich eine Nebenrolle, die Unterhaltung stand im Vordergrund. Mit jeder Lottozahl war ein fester Unterhaltungsbeitrag aus Rubriken von Anekdote bis Zirkus verbunden.

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Die Sendung wurde nicht nur von Lottospielern verfolgt, etwa die Hälfte aller Zuschauer spielten überhaupt nicht oder nur unregelmäßig. Sie erfreuten sich an der Zufallsmischung aus kurzen Beiträgen aller Genres. Jede Tele Lotto Sendung hatte ein anderes Motto und wurde meist von unterschiedlichen Moderatoren präsentiert. Diese Moderatoren waren häufig bekannte Persönlichkeiten aus Film, Sport oder Theater.

Ab 1984 gab es beim Tele Lotto auch eine Mittwochsziehung, diese wurde um 18,30 Uhr im zweiten Programm des DDR-Fernsehen übertragen. Die Unterhaltungsbeiträge gab es allerdings nur bei der Sonntagsziehung.

Im Laufe der (Tele Lotto) Jahre gab es drei Ziehungsgeräte, das erst erinnerte ein wenig an ein Ufo oder wurde auf Grund des Aussehens auch als Telelotto Schnecke bezeichnet. Dieses Ziehungsgerät tat seinen Dienst von 1972 bis 1984. Das Nachfolgegerät mit Glasröhren funktionierte nach dem gleichen Prinzip, wie bei der ersten Version konnte es auch hier „Durchläufer“ geben, also die Kugel rollte in so einem Falle zwischen zwei Zahlen hindurch. Dieses Problem war erst 1987 mit dem dritten Ziehungsgerät, dem sogenannten Triesel behoben.

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Tele Lotto am Sonntag wurde dem Zuschauer als Live Sendung präsentiert, ganz Live war die Sendung aber dann doch nicht.
Der Zuschauer sah eine Aufzeichnung vom Band, denn vor einer direkten Livesendung scheute man sich. Es galt also einen Kompromiss zu finden, denn wie bei anderen Produktionen konnte man die Tele Lotto Ziehung ja nicht Tage im Voraus produzieren, denn so hätten zumindest die an der Sendung beteiligten Personen die gezogenen Zahlen vorher erfahren.
Daher wurde die Sendung samt Ziehung am Sonntagmorgen wie eine Livesendung produziert. Zu diesem Zeitpunkt lagen bereits alle abgegebenen Tippscheine sicher im Tresor verwahrt und eine Manipulation konnte ausgeschlossen werden.
Diese (fast) Livsendung wurde dem Zuschauer dann am Abend vom Band serviert.

Das Telelotto wurde in seiner 26 jährigen Geschichte 1351 Mal jede Woche ohne eine einzige Unterbrechung ausgestrahlt. 1994 wurde Teleloto als kleines Gewinnspiel der Abrafaxe in Zusammenarbeit mit der Comic-Zeitschrift Mosaik durchgeführt. Bis zum Schluss blieben im Sendegebiet des MDR, eine halbe Million Zuschauer dem Telelotto treu, das ist eine beachtliche Quote von 10,7%.

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