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Die Junge Welt war in der DDR eine Tageszeitung für die Jugend. Die Zeitung erschien in den ersten Jahren ab Ihrer Gründung im Jahre 1947 als Wochenblatt, im Jahre1952 wurde aus der Jungen Welt eine Tageszeitung. Als Organ der FDJ (Frei Deutsche Jugend) war die Junge Welt natürlich ein politisch linientreues Blatt welches in den Anfangsjahren auch unter stalinistischen Einfluss stand.

In den 70er-80er Jahren ging man mehr und mehr auf die Jugend ein und brachte auch Themen die die Jugend wirklich interessierte. Die Junge Welt war unter den Tageszeitungen kritischrer und informativer als andere Medien dieser Zeit.

So erinnere ich mich z.B. an die Rubrik „Unter vier Augen“, in dieser Rubrik behandelte Jutta Resch Treuwerth soziale- und Sexualthemen. Jugendbücher und Romane die in jeder Ausgabe als einzelne Kapitel zu lesen waren, fanden ebenso viele interessierte Leser wie der vielseitige Sportteil.

 

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So ist es wohl auch nicht verwunderlich, das die Junge Welt sich in den 70er Jahren zur meist gelesenen Tageszeitung mauserte. Bis zur Wende hatte die Junge Welt eine Auflage von 1,3 Millionen Exemplaren und wurde lenkst nicht mehr nur von Jugendlichen gelesen.

Auch wenn die Junge Welt nach der Grenzöffnung fast alle Leser an westliche Jugendzeitschriften verloren hat, hat sie dennoch überlebt und erscheint bis zum heutigen Tage als eine linke marxistisch orientierte Tageszeitung.

Durch die Privatisierung wurde der Verlag Junge Welt für Einen Euro an eine Westberliner Mediengruppe verkauft, diese führten die inzwischen Auflagenschwache Junge Welt weiter, im April 1995 wurde die Produktion der Jungen Welt eingestellt. Daraufhin gründeten Mitarbeiter der Jungen Welt den Verlag 8.Mai GmbH und konnten so das Erscheinen der Jungen Welt bis heute sichern.

Junge Welt vom 28.März 1984

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Kategorie: DDR Zeitschriften