Im Jahr 1984 startete in Berlin und auch in anderen Stadt und Landkreisen eine Aktion mit der die tristen einheitlichen Wartehäuschen an den Haltestellen der Verkehrsbetriebe verschönert werden sollten.

Diese „ehrenvolle“ Aufgabe der Gestaltung mit bunten Bildern wurde dann den ortsansässigen Schulen zu teil. Gefragt waren Bilder die irgendwie dem sozialistischen Weltbild entsprachen. Coole Gothic Bilder hätten vermutlich sofort die Stasi auf den Plan gerufen 😉

Das erste bemalte Berliner Haltestellenhäuschen befand sich in der Karower Chaussee in Berlin-Buch, es wurde im September 1984 von den Schülern der Dr.-Agostinho-Neto Oberschule fertig gestellt. Im laufe der nächsten 2-3 Jahre erhielten fast alle Wartehäuschen in Berlin und in anderen Städten ihr individuelles Aussehen auf die gleiche Art und Weise.

Natürlich durften die Schüler bei der Gestaltung der Haltestellen nicht einfach drauf lospinseln, soviel Vertrauen hatte der Staat dann doch nicht.
In Berlin musste zuvor dem Stadtbezirksarchitekten der Entwurf zur Begutachtung vorgelegt werden.
Die bemalten Warthäuschen waren nicht nur eine optische Verschönerung, denn vor allem Kinder die mit Bus und Bahn unterwegs waren, wussten nun genau bei welchem individuellen Bild sie ein oder aussteigen mussten.

Oben im Bild: Ein Bericht über die Haltestellen-Galerie aus der BZ am Abend (BZA, heute Berliner Kurier) vom 02.Juni 1986

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